Basel

Bekannt durch die Art Basel und Roger Federer. Internationale Kunst und eleganter Sport. Das passt. Es ist eine erstaunlich ruhige Stadt. Es gibt keine hupenden Autos, kein Geschrei. Es geht schweizerisch entspannt zu, respektvoll und gemütlich.

Der Basler Wickelfisch ist das prägende Accessoire im Stadtbild, ein wasserdichter Beutel, der im Wasser wie eine Stoffboje aussieht. Basel hat seine hauseigene „Mit-dem-Strom“-Anlage und weil der junge Rhein hier eine brutal hohe Wasserqualität hat, treiben im Sommer hunderte Basler & Touristen mit ihren bunten Wickelfischen durchs Wasser. Groß-Basel zur linken,  Klein-Basel zur rechten treibt eine schwimmende Karawane an der  Stadtkulisse vorbei. Öko-Sightseeing made in Basel.

Eine Stadtrundfahrt ohne Anstrengung. Gratis noch dazu. Man steigt vor dem Tinguely-Museen ein und und 3 Brücken später bei der Dreirosenbrücke wieder aus. Duscht, zieht die trockene Klamotte aus dem Wickelfisch an und „uff wiedaluage“.

Die Vibes der Stadt sind mega-locker. Überall springt jemand in den Rhein oder sonnt sich am Ufer. Nichts ist schmuddelig, alles penibel sauber. Es gibt sogar spezielle Mülleimer für Grillkohlereste. Man könnte vom Boden essen und aus dem Rhein trinken. Am Ufer kreisen Spliffs. Es ist ein unerwartet hedonistischer Lifestyle.

In der Spalenvorstadt mit ihren Puppenhäusern liegt ein Designerladen, neben dem nächsten. Wir reden hier aber nicht von Gucci, Prada, Schickmicki, nein es hat diesen Touch skandinavisches Öko-design. Viel Holz, wenig Plastik. Weniger ist mehr, schwyzerisch naturverbunden.

So sieht Bio in der Realität aus.  Holzfähren pendeln zwischen den Ufern. Angetrieben nur von der Strömung, hängen sie an einem Seil welches über den Rhein gespannt ist. Wie Fisch am Angelhaken, zieht es die Holzboote mit Passagieren wie Treibholz quer rüber.

Das internationale Flair hat die drittgrößte Stadt der Schweiz durch seine Lage am Dreiländereck. 3 Einflüsse. Frankreich, Schweiz, Deutschland. Das zieht Touristen und Grenzhopper aus Europa an. Das denkwürdige an Basel sind die Diskrepanz zwischen Puppenstube und Futuristik.  

Omnipräsent der Roche-Turm, ein 178 m Zacken aus der Hand des Architekturbüros Herzog & de Meuron. Die 2 Basler sind Avantgarde. Pekings Vogelnest, Münchens Allianz Arena, Hamburgs Elbphilharmonie, Architekten Herzog & de Meuron.  Die Jungs haben sich ihre Stadt gebaut, wie sie ihnen gefällt. Als wäre das nicht genug, das Design gleich in die Welt exportiert.

Basel ist typisch für das Understatement der Schwyz. Man tritt niemandem auf die Füße, hält sich neutral und fliegt unter dem Radar. Weder Fisch, noch Fleisch. Klima-neutral und vegan. Aber man sieht der Stadt ihre Finanzkraft an.  Hier leben sehr, sehr viele in der gehobenen Mittelschicht, dem Prekariat der Schweiz. Den Bentley in der Garage, aber mit dem Designer-Velo durch die Stadt. In dem Punkt sind alle Basler gleich. In Badehose sowieso.

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