Weißrussland

Es gibt nur wenige Reiseziele, die das kribbelnde Gefühl der Fremdheit vermitteln. Der ursprüngliche Sinn einer Reise sollte ja gerade das Unbekannte, das Abenteuer, die Sprachlosigkeit in der Kommunikation, das Außergewöhnliche sein. Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Mobilität. Man jettet durchs Leben und die Cities. Ein Kurztrip hier, ein Wellness Wochenende da. Die Quittung ist der tägliche Wahnsinn an sämtlichen Flughäfen weltweit. So erstaunt es statt Masse, einen leeren Frankfurter Check-in, leere Security Kontrolle, und leeren Flieger vorzufinden. Wer will schon im Januar nach Minsk?  Oder besser gefragt: wer will eigentlich überhaupt nach Minsk?

Mein Blick überfliegt die Sitzreihen meines Lufthansa Flugs. Kantige Gesichtszüge der Männer, puppenhafte Weiblichkeit der Frauen – das ist die DNA des Ostens. Viele Deutsche sind es nicht. Ich lehne mich mit einem Lächeln zurück, ohne zu ahnen, dass mir dieses sehr schnell vergehen wird.

Minsk, – 20 Grad mit zu gefrorener Swislatsch

Ankunft Minsk. Leere Passkontrolle, leerer Flughafen, keine Warterei. Ich bin euphorisch. Paris kennt jeder. Minsk wohl keiner. Ich gehe durch doppelt verglaste Schiebetüren nach draußen und mein Lächeln gefriert. Sprichwörtlich. -20 Grad. Väterchen Russlands kalter Atem schmerzt stechend. Ich stolpere angezählt zurück ins Terminal und ziehe alles an was die Tasche hergibt und trete erneut gegen Belarus an.

Unweigerlich muss ich muss an die Filmszene aus Cool Runnings denken. Das jamaikanische Bobteam reist nach Calgary, Kanada und erlebt den Kälteschock. Minsk ist mein Calgary. Auf einer schnurgeraden Autobahn geht es im Taxi die 40 km nach Minsk. Links und rechts türmt sich eine verwehte Schneelandschaft auf. Kein Mensch ist zu sehen. Die Minsker, die draußen sind, sehen aus wie dampfende Alpakas. Pelzmäntel mit Kapuzen, dampfende Atemfahnen stehen in der Luft. Böse Zungen behaupten: „Nur russische Frauen schaffen es in teuren Kleidern billig auszusehen.“

Zugegeben, es ist eine Pauschalisierung, aber es ist was dran. Die Stiefel sind immer einen Tick zu hoch, die Röcke gerne einen Tacken zu kurz und die French Nails grundsätzlich zu lang. Russische Frauen sind Porno. Immer. 24/7. Aber die Kälte ist irgendwie ein Gleichmacher.  Die Frauen sehen in den taillierten, langen Fellmänteln sehr elegant aus, nicht billig. Grazil bewegen sie sich auf turmhohen Stiefelabsätzen mit stoischem Gesicht über vereiste Gehwege. West-Europäerinnen würden hier vermutlich ohne ärztliches Attest nicht mal mit Schneeketten spazieren gehen.

Minsk ist genauso wie man sich den Osten vorstellt. Eckig, praktisch, lieblos. Wuchtige Wohnsilos mit unfassbar vielen identischen Wohneinheiten stehen hier nebeneinander wie am Lineal gezogen. Riesige Parkanlagen lassen jeden europäischen Städteplaner dagegen vor Neid erblassen. Minsk atmet frei und flaniert großzügig. Die Bürgersteige haben die Ausmaße deutscher Autobahnen, der Verkehr fließt daneben auf den mehrspurigen Alleen äußerst diszipliniert. Kein Gehupe, keine Staus. An Ampeln hat der Fußgänger Vortritt, und dieser wird respektiert.  Überhaupt herrscht Disziplin. Kein Minsker überquert die Straße einfach so. Es wird an der Fußgängerampel auf Grün gewartet. Ausnahmslos. Und nur an der Ampel wird die Straße überquert.

Stadttor von Minsk

Das ist sehr erstaunlich für eine 2 Mio. Stadt. Es wird nie hektisch, und schon gar nicht eng. Auch nicht in der Metro. Die ist zwar uralt und hat nur 2 Linien, aber sie schaufelt unermüdlich die Minsker von Niamiha nach Kamiennaja horka oder umgekehrt.  Die Fahrt ist lächerlich günstig und auch für Kyrillisch-Analphabeten oder Fahrplan-Legastheniker erschreckend einfach zu verstehen. Es gibt eine rote und eine blaue Linie.

Hier geht man mit Minsk auf Tuchfühlung. In vielen Weltstädten sieht man in erschöpfte Gesichter in den Pendlerzügen. Nicht so in Minsk. Seltsam ausdrucks -und teilnahmslos ja, aber nicht müde. Hinter der kühlen Fassade steckt aber alles andere als Kälte. Wer sich nur mit 2-3 Worten Russisch bemüht, dem wird geholfen. Zur Not mit Händen und Füßen.  Haracho? Haracho!

Minsk ist ein interessanter Mix aus historischen Fassaden. Dazu kommen futuristische Neubauten, die wohl für einen Umbruch stehen sollen, der aber in einer der letzten Diktaturen Europas nicht so richtig in die Gänge kommt. Aufschwung wird streng dosiert. Klar, MC Donald’s, Burger King und moderne Shoppings Malls sind schon da, aber viel spannender ist der Gang durch eines der typischen, alten Kaufhäuser.

Es wirkt wie aus unserer Zeit gefallen. Man entdeckt russische Kleidermarken & Namen, die man vorher noch nie gesehen hat. Außerdem scheint jeder russische Herr hier seine schwarze Lederjacke und seine schwarzen Lederschuhe zu kaufen. Mehr Auswahl gibt die Herrenabteilung auch nicht her. Gut, für ganz Verwegene gibt es noch die Farbe blau….

Penibel getrennte Bereiche für Herren, Damen, Kinder und Haushaltswaren. Im Gegensatz zum dekadenten Westen, gilt im Gum weniger ist definitiv mehr. Wäre man nicht in einem Gebäude, es hätte was von einem gut sortierten Flohmarkt aus dem Jahre 1989. So muss sich Kommunismus angefühlt haben.

Im Überwachungsapparat Lukaschenkos gibt es tatsächlich noch den KGB. Der heißt noch immer so, und seine Agenten überwachen auch 30 Jahre später die Straße. Oppositionelle verschwinden geräuschlos im Knast. Aber die Konsumhaltung des Westens sickert auch in Lukaschenkos Osten ein wie süßes Gift. MC Donalds steht nicht für ungesunde Ernährung, sondern für Moderne.  Im NEXT tanzt sich das junge, aufstrebende und sehr gutaussehende  Minsk in den Rausch. Der politische Wandel ist vielleicht nicht in Sicht, aber das Leben giert nach Fortschritt.  

Auffallend ist die Abwesenheit anderer Touristen. Wer will schon nach Minsk? In 4 Tagen habe ich nicht ein Wort Deutsch, Spanisch, Französisch oder Englisch gehört. Vermutlich sind alle in Paris. Oder es ist die Tatsache, das Minsk einfach nur Minsk als Attraktion bietet. Sprich, sich selber. Ungeschminkt und schnörkellos. Es gibt keine wirklichen Sehenswürdigkeiten, von denen man sagen könnte: muss man mal gesehen haben.

Einzig die Amerikaner – wenn sich denn welche ins kleine Bruderland vom Erzfeind Russland- trauen, suchen nach der Wohnung von Lee Harvey Oswald. Der Kennedy Attentäter, hat ab 1960 im linken EG in der Vulitsa Kamunistychnaja 4 gewohnt. Das passt zum Gesamtbild Weißrusslands. Die Jungen blicken sehnsüchtig nach vorne Richtung Westen, die Alten kleben gerne in der Vergangenheit des Ostens.

Zynisch gesprochen ist es also nur eine Frage der Zeit, bis die neue Welt Weißrussland vereinnahmt. Gut für das Land, schlecht für den Abenteurer. Minsk wird dann schnell zum nächsten Paris.

Portugal

Wer Portugal kennt, weiß das Land ist schön. Ein Land mit zwei Herzen. Lissabon die Stadt des Lichts und Porto die Stadt der Fischer. Lisboa – die Stadt des Lichts ist heute mehr Stadt der Socken in Sandalen. Was früher Kaffeefahrten mit Bus und Bahn waren, sind heute die europäischen Flugziele Barcelona, Paris oder Lissabon. Schön, aber überlaufen. Invasion der Stützstrümpfe!  Die Mobilität des 21. Jahrhunderts fordert erste Opfer, denn die Mainstream Ziele sind eigentlich keine Reise mehr wert. 

Tejo, Lissabon

Da trifft Erna aus Castrop-Rauxel auf Gisela aus Bad Tupfingen und regt sich über Hermann aus Meppen auf. Klar, sind die westlichen Gesellschaften alternde, aber es ist schon erstaunlich wie viele Rentner sich aufmachen, um letztlich dann genau das zu erleben wie bei sich zu Hause. Organisierte Bequemlichkeit, deutsche Tour-Guides und nichts als Landsleute um sich herum. Nur die Kulisse ist eben eine andere. Erlebt hat man eigentlich nichts. Es ist nur das Gefühl etwas Neues gemacht zu haben.

Leider ist Lissabon zu schön, um es nicht zu sehen. Elegant und mondän mit seinen weißen Kopfsteinpflastergehwegen. Verwegen mit seiner Golden Gate artigen Brücke über den Tejo. Quirlig in seinen engen Gassen im Barrio Alto. Durch das europäische San Francisco rumpeln alte Straßenbahnen über die Hügel, immer wieder öffnet sich der Blick über den weiten Tejo.

Vor der Haustür den Atlantik. Die große Badewanne Europas. Wer glaubt es geht kaum schöner, wird immer wieder aufs Neue demütig. Cascais, der kleine Badeort, hat sich bereits zu einer veritablen Stadt entwickelt. Indikator für Gentrifizierung – auch hier gibt es inzwischen MC Donalds. Die Golden Arches sind selten ein gutes Zeichen, was die Ursprünglichkeit eines Ortes angeht.

Ericeira – Surf City. Das weiß getünchte Zentrum hat sich seinen Charme bewahren können. Drumherum brechen aber 2 der besten Pointbreaks Portugals, sprich Ericeira entwickelt sich stetig weiter. Surfshops, Surfschulen, Surfer Flair – alles ist auf das Business ausgerichtet.

Peniche – streng genommen eine Festung auf einer Landzunge, umgeben von einer alten Stadtmauer duckt sich das Städtchen vor dem wilden Atlantik. Alles was es nicht hinter die Stadtmauer geschafft, liegt seltsam zerstreut auf der Landzunge davor. Auch hier ist die Surfindustrie fett im Geschäft. Wenn Ericeira Quiksilver ist, dann ist Peniche Rip Curl. Segen und Fluch, bricht doch mit Supertubos ebenfalls eine perfekte Rechts direkt neben der Hafenmauer.

Nazaré – das Big Wave Mekka. Ein kleiner kompakter Stadtkern, dicht gedrängt, als würden sich die Häuser anstellen, um endlich vorne an den Strand zu kommen. Daneben ein Felsen. Eine Trutzburg, Aussichtsplateau und Theaterbühne für weltweit rund 30 Surfer. Wer hier im Winter 20 Meter Brecher surft, ist Profi und lebt und arbeitet nur für diese Momente. Fehler können tödlich sein.

Oporto stand und steht aber schon immer im Schatten von Lissabon. Lisboa – der Name ist Programm- gilt als die Schöne, aber Porto als die Charmante. Wie bunte Nähkästchen an den Hang geschraubt, stehen die Häuschen am Rio Douro. Vorne wütet der Atlantik und trägt den Salzgeruch weit ins Herz von Porto.

Eine offensichtlich unterschätzte Stadt, die klein und kompakt ihre engen Gassen um den Douro verteilt. Foz Velha, das historische Viertel am Wasser steht unter Denkmalsschutz und oftmals leer. Miete und Instandhaltung der alten Buden sind immens. Die Portuenser leben am Stadtrand. Im Altstadtviertel – in Ufernähe ausgenommen – ist abends daher kaum was los. Ribeira is the place to be.

Ponte Maria Pia

Lissabons Schönheit hat sich rumgesprochen. Portos pittoresker Arbeiter-Charme noch nicht. Das hält die Preise unfassbar günstig und die Massen weit weg. Es ist ein bisschen wie bei der Damenwahl. Die Hübsche wird bestürmt und ist schnell vergriffen. Die Unscheinbare mit dem einfallslosen Etikett „Hafen“ in der Warenauslage, braucht schon Kenner um entdeckt zu werden. Danach mach es aber BUMM, und man ist schockverliebt.

Orientierung in Porto ist einfach und logisch. Steigt man nach oben, legt sich Porto einem wie ein Schmusekätzchen zu Füßen. Stolpert man nach unten endet man immer irgendwo am Rio Douro und damit quasi im Zentrum, welches selbstredend, UNESCO Weltkulturerbe ist. Verdienter kann man es auch kaum sein.

Mit 240.000 Einwohnern hat Porto in etwa die Größe von Kassel, ist damit aber zweitgrößte Stadt Portugals. Und im Vergleich zu Kassel ist Porto die Granate bei der Damenwahl. Nix gegen Kassel, aber Porto hat definitiv mehr Klasse. Und Rasse sowieso.

Zwei große Städte mit unterschiedlichem Charakter Porto und Lissabon. Die Beiden bilden quasi die Klammer für Portugals wilde Schönheit, unbefahrene Straßen, Wellen satt und tätowierten Hippster Lifestyle. Portugal ist leider kein „Hidden Gem“ mehr, aber es ist das schönste Gesicht Südeuropas.

Saudi Arabien

Riad von oben

Es ist nur eine Liste. Aber diese Liste ist lang und verschreckend. Vor der Einreise nach Saudi-Arabien gibt es eine Menge „Don’t“ zu berücksichtigen.

Kingdom Tower Riad

Kein Alkohol, keine Drogen – das ist noch verständlich. Keine unverhüllten Fotos auf dem privaten Handy – schon weniger. Keine Dating Apps, kein Instagram, kein Twitter, kein bisschen Haut, kein nichts. Keine Zeitschriften, die freizügig gekleidete Menschen zeigen, sprich nichts aus der „verdorbenen“ westlichen Welt.

Man muss kein Befürworter von Freizügigkeit sein, aber dieses Gefühl in seiner gewohnten Freiheit beschnitten zu werden, gibt schon vor der Ankunft einen unangenehmen Vorgeschmack für Willkür und Ohnmacht.

Es ist eine sehr befremdliche Erfahrung nach Saudi-Arabien zu reisen. Es sind die vielen Verbote. Ausgeführte Todesstrafen, Unterdrückung der Frauen, Missachtung menschlicher Grundrechte, die unruhig machen.

Auf dem Papier eine absolute Monarchie, mit der Betonung auf Absolut!!!. In der Realität ist die Hierarchie diktatorisch. Ein abgeschottetes Land mit einer großen Zukunftsvision. Man erahnt nur das traditionelle Arabien. Hohe Mauern um festungsgleiche Anwesen, wenige Fenster um, im Sommer, die brütende Hitze aus den Wohnungen zu halten. Von Außen wirkt dafür alles abweisend und menschenfeindlich.

4-5 spurige Highways führen an monotonen, sich immer ähnelnden erdfarbenen Wohnblöcken von Riad vorbei. Kein Mensch ist auf der Straße zu sehen. Aber links und rechts ziehen große SUVs an einander vorbei.  An vielen Kreuzungen ist der American Way of Life schon eingezogen. Fast Food Imbisse drücken sich aneinander – wie bei ungeliebten, aber wichtigen großen Bruder. Ohne Onkel Sam wären die Saudis noch isolierter. Sam braucht Erdöl, Saudi liefert. Eine Ehe mit Ehevertrag, aber keine große Liebe.

Wie die Frauen, so das Land. Alles wirkt wie hinter einem blickdichten Vorhang. Frauen in Abayas, voll verhüllt, nur funkelnde dunkle Augen sind zu sehen, welche den Fremden neugierig mustern. Es lässt Spielraum offen für Interpretationen, was die Damen darunter tragen. In den Shopping Malls sieht man Victoria Secret genauso wie alle anderen Läden.

Ladies & Family Sections an jeder Kasse der Restaurants. Strikte Trennung von Mann und Frau. Ein Land in schwarz-weiß. Frauen tragen schwarze Abayas, Männer weiße Thawbs.

Die Herrscherfamilie setzt sich Denkmäler in den Staub. Inmitten der Wüstenstadt Riad wächst wie am Lineal gezogen die gläserne Skyline. His Highness hat verstanden, dass die riesigen Erdölmengen nicht für immer den Wohlstand bringen, und setzt auf erneuerbare Energien. Solare Nutzung bietet sich an.

Der ramponierte Ruf eines Rüpels auf internationalem Parkett lässt sich heutzutage standesgemäß mit Sport Events aufpolieren. 300 Mio. € haben die Saudis hingeblättert um die belächelte Formel E für 10 Jahre nach Riad zu holen.  His Highness lässt sich den Spaß was kosten. Flugshow, eigene Royal Box für den ganzen Clan. Alleine der Fuhrpark an Bentleys, BMWs und Range Rovern ist verstörend. Der Gastgeber macht deutlich, wer hier der King im Dschungel ist.  Viele Frauen, und noch mehr Kinder gehören zur Entourage des obersten Chefs.

1. Formel E Rennen in Riad
Formel E Grandstands

Es ist der perfekte Hohn. Erdölgigant Saudi Arabien holt sich die vollelektrische Formel E als Showeinlage ins Land. Das passt so gar nicht zusammen.  Seine königliche Hoheit kann nämlich auch ganz anders. Es gibt derzeit ein Embargo auf Euro. Kein Hotel, keine Bank, niemand wechselt Euros in Saudische Riyal, nur US-Dollars. Aber Geld spielt ohnehin keine Rolle. Man sieht keine Obdachlosen, dafür viele Inder, Pakistani und Indonesier die die körperlich harte Drecksarbeit machen. Ein Saudi scheint sich den Thawb nie dreckig machen zu müssen.

Moderne Futuristik, Riad im Wandel

Die Saudis wissen sehr wohl um ihre exponierte und isolierte Stellung in der Welt. Viele erklären gerne und ungefragt, dass sich das Land schon sehr verändert habe und wollen letztlich genau dafür Anerkennung vom Gegenüber. Deutsche Markenqualität steht hoch im Kurs, überhaupt ist Saudi Arabien sehr geschmeidig für die teutonische Seele.  Deutschland ist sehr anerkannt und respektiert. Aber die arabische Seele bleibt dem Gast verschlossen.

Martinique

Europa ist schon einzigartig. In wenigen Stunden ist man quasi durch mehrere Länder gefahren, wenn man das möchte. Vielfältig und unterschiedlich, aber eben doch eins. Exotisch ist ein Attribut, welches auf den ersten Blick vielleicht nicht wirklich zur EU passt aber auch das gehört dazu.

Martinique, kleine Antillen, große Show. Karibik ohne Visum, mit französischem Savoir-vivre. In knapp 10 Stunden Flugzeit umhüllt einen dieser wärmende Mantel der Karibik – die Luft feucht und schwer.

Saint Marie, Ostküste

Nach der Ankunft gleich der erste Schock. Verkehr wie in europäischen Metropolen, teilweise auf vierspurig ausgebauten Stadtautobahnen steht man um Fort-de-France und fragt sich wo all die Autos herkommen. Es ist ein Phänomen und Alleinstellungsmerkmal von Martinique. Rush Hour im trägen Rhythmus der Karibik.

Fort-de-France Einkaufstrasse

FDF – Fort-de-France, die etwas derangiert wirkende Hauptstadt Martiniques ist alles andere als eine Festung Frankreichs, eher ein Fort de China und USA. Kleine, enge Gassen mit asiatischen Nippes-Verkäufern und Fast Food Ketten wie MC Donalds oder Burger King dazwischen wabern Dope-Schwaden durch die Luft.

 

Echte Schönheit sieht anders aus, aber nichtsdestotrotz hat FDF was. Die karibische Unaufgeregtheit zum einen, und den verfallenden, feuchten Charme alternder Städte zum anderen.

Wohn-und Geschäftshaus in Fort-de-France

Verlassene Bruchbuden, neben bewohnten Wohnblöcken und eigenartig deplatzierter Architektur sorgen für keine Langweile beim Betrachter. Mittendrin thront exponiert die Victor Schoelcher Bibliothek wie ein Puppenhäuschen. Schoelcher war ein Kämpfer gegen die Sklaverei, die altehrwürdige Bibliothek mit seinen Büchern ist sein Vermächtnis.

Bibliothek Victor Schoelcher, drinnen ist Fotografierverbot

Nicht nur FDF überrascht, auch der Rest von Martinique ist anders als man sich die Karibik vorstellt. Natürlich gibt es Postenkarten-Idyll, Strände, Palmen und das Meer auf Badewannentemperatur, aber es hat nicht den Hoch-Glanz einer Bacardi-Werbung.

Le Diamant

Mal fehlt dem Meer die Klarheit, oder dem Sand die Helligkeit. Das soll nicht despektierlich klingen, Martinique ist eine unperfekte Schönheit und gerade deswegen so reizvoll.

Schwarzer Sand, Le Lorrain

Vor allem lernt man schnell, dass die Karibik nicht nur aus azurblau, türkisgrün und sandgelb besteht. Die Karibik ist nassgrün. Wer die Peripherique von Fort-de-France hinter sich gelassen hat erlebt eine grüne Höhle.

En route nach Grand Rivière

Haarnadel-Kurven, steile Serpentinen eingequetscht zwischen grünen Wänden, die einen drohen zu verschlucken. Es ist ein Erlebnis der Demut. Ich bin klein, die Natur ist groß. Das satte Grün Martiniques ist allerdings keine Laune der Natur.

Nein, es regnet. Falsch, es schüttet. Nicht wie aus Eimern, sondern wie aus ausgekippten Schwimmbädern. Nur so lassen sich auch die Badewannenbreiten Regenrinnen neben den Sträßchen erklären. Wenn es schüttet ist Land unter, und Land runter. Die vollgesogenen grünen Hänge können ihr eigenes Gewicht nicht mehr tragen und gehen in kleinen Schlammlawinen ab.

Als Tourist im gemieteten, dazu lächerlich kleinen Dacia Sandero fühlt man sich da wie ein Sardinenbüchschen im tosenden Sturm der Natur. Weiße Dacia Sandero scheinen zudem einen Exklusiv-Vertrag mit allen Autovermietern der Insel zu haben, es fahren auffallend viele davon durch die Gegend.

Phare de la Caravelle

Martinique ist kein Geheimtipp, aber was ist das heutzutage schon noch? Es ist, bis auf einige Strände im Süden, dennoch relativ überschaubar was den Tourismus angeht. Natürlich hängt Martinique wie am Tropf seiner Importe, denn raus gehen nur Bananen, Ananas, Rohrzucker und Rum. Davon leben lässt es sich aber kaum, dank Lebenshaltungskosten auf europäischem Niveau.

 

Vielleicht ist das der Grund für die Lebensfreude und Freundlichkeit der Martiniquois. Wer ohne mehrmals in der Stunde Bonjour gesagt zu haben durch Martinique wandelt, hat die Insel nicht verstanden.

Bunte Häuser von Grand Rivière

Wenn schon teuer, dann wenigstens happy. Martinique ist Musikinique. Gwo Ka, Zouk – es wird getanzt. Vielleicht ist es auch der „Ti Punch“ die kreolische Antwort auf Caipirinha, welche die Hüften extrem locker macht. Martinique wie es singt und lacht.

Tartane

Martinique. Schon der Name ein Gedicht. Leicht, unbekümmert und verspielt. So wie die Karibik sich gerne präsentiert, und hier auch wirklich ist. Trotz weichem Namen, ein Stück Karibik mit Ecken und Kanten, die es aber unglaublich attraktiv machen.

Rathaus von Marigot

Willkommen auf Martinique – Kontan wé zot en Martinique!!!

 

 

 

 

Zappa-Town

Graue „Schönheit“ Vilnius

Frank Zappa war komisch. Litauen ist komisch. Komisch im Sinne von anders. Eingeklemmt im Baltikum, vom Tourismus übersehen, liegt ein kleines, unbedeutendes Land. Es steht weder für große Namen, noch für besonders schöne Landschaft. Es ist unscheinbar. Eine Eigenart, die es interessant macht, denn vor allem die Hauptstadt Vilnius ist sehr, sehr speziell.

 

Vilnius ist seit seiner Gründung eine der liberalsten Städte Europas. Ein Freigeist. Älteste Universitätsstadt des Kontinents. Das alleine verleiht schon das Prädikat: besonders wertvoll. So ganz geräuschlos ist dieses Attribut dann doch nicht vergeben worden. UNESCO Weltkulturerbe mit einer intakten historischen Altstadt und über 50 Kirchen haben für den Spitznamen Rom des Ostens gesorgt.

 

Allerdings ist diese Bezweichnung zu sakral für eine Stadt, die einfach mal so Frank Zappa eine Statue widmet. Der eigenwillige Querdenker und Musiker Frank Zappa hat Litauen nie besucht, aber dennoch ist er Kult und Teil der litauischen Folklore. Zappas Anti-Establishment Haltung begeistert viele Ostblock-Staaten im Kalten Krieg. Vilnius, der Freigeist, setzt ihm in 4 Metern Höhe ein Denkmal. Unspektakulär und unprätentiös steht Zappas Büste auf einem kleinen Platz vor Graffiti besudelten Wänden.

Man hat in Litauen diesen Hang zur Ironie. Wie sonst erklärt sich die Erklärung des Stadtteils Uzupis zur Unabhängigkeit. Unabhängig von Litauen, unabhängig von Vilnius. Es gibt ein Schild, eine Brücke, dahinter ein Café – der heutige Regierungssitz – willkommen im autonomen Uzupis. An 3 Seiten vom Fluss Vilnia umgeben ist der auf einem steilen Berg gelegene Stadtteil Industriegelände aus Sovjet-Zeiten.

Stadtteil Uzupis – unabhängige Republik

In der kleinen Republik gibt es keine normalen Regeln. Es sind 41 Artikel, die das Zusammenleben bestimmen. Artikel 1 lautet: „Jeder hat das Recht, beim Fluss Vilnia zu leben, und der Fluss Vilnia hat das Recht an jedem vorbei zu fließen.“ Hier hat laut Verfassung jeder das Recht, einzigartig zu sein. Artikel 17 gewährt das Recht unglücklich zu sein. Und Artikel 21 berechtigt jeden, für seine Unbedeutsamkeit dankbar zu sein. Uzupis Botschafter sitzen auf der Welt verstreut, einer davon ist der Dalai Lama.

 

Belustigend, nicht ganz ernst gemeint und doch erstaunlich in einem Land, welches sehr düster und kalt wirken kann. Die litauischen Männer haben etwas Brutales, Grobschlächtiges. Echte Kanisterköpfe, viele machen den Eindruck als seien sie früh im Leben gescheitert. Brutal und rauh im Umgang, gerade auch mit Frauen. Die Litauerin ruft wieder das Bild des Ostens ins Gedächtnis. Kerle wirken eckig und dumpf, die Frauen zart und feingliedrig.

 

Die Stadt der Kreuze ist ein Besuch wert. Nicht wegen seiner Architektur, auch nicht wegen seiner Geschichte, oder dem Etikett UNESCO Weltkulturerbe zu sein. Vilnius Reiz ist das Schräge, das Kauzige eines Frank Zappas, die Ironie Uzupis und der wiegende Gang der bildhübschen Litauerinnen. Kein Wunder belegt Vilnius Platz 81 von 231 untersuchten Städten weltweit in punkto Lebensqualität.

 

 

 

 

Puerto Rico

 

Die Karibik – gedopt. So muss man sich Puerto Rico vorstellen. Es hat nicht ganz diese Chill & Smoke Haltung der Karibik, denn als halbautonomer Bundesstaat der USA schreit es geradezu nach ein bisschen mehr Geschwindigkeit. Bottom line fühlt sich hier die Karibik sehr amerikanisch an.

 

Das Beste aus 2 Welten sagen die Puerto Ricenios, sprich bunte karibische Ausgelassenheit aber mit amerikanischem Standard. Hervorragende Infrastruktur, US Highways, Outlet Cities und Fast Food Stores einerseits, grell-bunte Kolonialhäuschen, schläfrige Obstverkäufer und baufällige Bretterbuden andererseits.

 

Das ungleiche Ehepaar macht P.R. nicht nur zu einem „reichen“, sondern auch sehr sicheren Hafen. 3.5 Mio. Locals genießen die Leichtigkeit der Karibik mit dem sicheren Gefühl von Uncle Sam im Pass.

 

 

Erstaunlicherweise ist P.R. touristisch gesehen relativ unberührt. Eine plausible Erklärung gibt es dafür nicht, denn es sieht aus wie die Karibik, es schmeckt wie Karibik, auch die Preise der 9.000 Quadratkilometer Insel führen weder zu Bluthochdruck, noch zu Schnappatmung.

Fort von San Juan

San Juan, Weltkulturerbe und mit stolzen 500 Jahren eine der ältesten Städte der USA ist quirlig und farbenfroh. Kriminell gefährlich sind hier nur zu viel Pina Colada und Sonne.

buntes San Juan

 

Nur Surfern ist P.R. eine Offenbarung, denn um Rincon brechen sehr viele, sehr gute Wellen. Die Crowd im Wasser ist intensiv und surft auf extrem hohen Level. Wer hier aus dem Flieger steigt und meint Welle machen zu können, wird sich eventuell wundern.

Rincon, Puerto Rico. World Class Surfspots.

Neben den Wellen und der Hafenhauptstadt ist in Puerto die Tierwelt rico. Die wahren Locals liegen überall und chillen in der Sonne. Erschreckend groß und beruhigend schreckhaft huschen die Jungs durch die grüne Inselwelt.

Heavy Local

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Hygge“ Färöer

Wie moosbedeckte Steine ragen die Färöer Inseln aus dem Atlantik. Die SAS Maschine sinkt durch Wolken-und Nebelfetzen. Man gleitet zwischen grünen Wänden einen Fjord entlang auf den winzigen Flughafen von Vágar zu.

 

Alleine für den Preis „Schönster Landeanflug der Welt“ hätten die Färöer den Oscar verdient. Es wirkt geradezu unecht, als könne man mit beiden Händen links wie rechts die grasigen Hänge beim Anflug streifen.

 

Das Flughafenterminal hat skandinavischen Charme und die Kleinkariertheit einer deutschen Gemeindehalle. Gefühlt kennt jeder jeden. Der Rest sind Touristen. Viele Aliens sind es nicht, aber natürlich sind diejenigen, die hierher kommen ganz spezielle Exemplare.

 

Junge „Rettet-den-Planeten“-Paare in identischer Gore Tex Klamotte. Atmungsaktiv und wasserabweisend nicht nur die Ausrüstung, sondern die komplette Attitüde. Daneben fahren routinierte Senioren ihre Walking Stöcke aus und machen deutlich das Gedränge um den Platz im Flughafenbus nicht kampflos an sich vorüber ziehen zu lassen. Es gleicht einer gealterten Schulklasse auf Kaffeefahrt Richtung Tórshavn. Die 60 minütige Fahrt durch die färöische grüne „Hölle“ lässt Gespräche verstummen. Sie macht geradezu demütig.

 

Gigantisch, wuchtig, klar und geradlinig. Nichts beleidigt das Auge. Eine schnörkellose Straße, kaum Verkehr, überall kleine Seen und weite Fjorde. Mehr oder weniger große Bäche stürzen ins Tal. Jever-Land. Es ist ein einziges Statement der Natur. Seht her: ich bin groß und du bist klein.

 

Tórshavn ist eine ziemlich nüchterne Stadt. Man bekommt, was man erwartet. Ein paar bunte Holzhäuser, ein Hafen, ein paar Lädchen, ein paar Woll-Designer Klamotten, ein paar Cafés, dazu erstaunlich viele Friseure.

Hauptstrasse von Tórshavn

Es wirkt ein bisschen verlassen, irgendwo quietscht eine Schaukel im Wind. Wären nicht die Holzhäuser farbenfroh, man käme sich vor wie nach der Apokalypse.

 

Man fragt sich ohnehin, womit sich der Fähringer eigentlich beschäftigt, denn man sieht ihn nicht. Nur den atmungsaktiven Gore Tex Paaren und dem Rentner-Rudel, inzwischen in neongelben und pinkfarbenen Multifunktionsjacken, läuft man spätestens 2h nach Landung in „Downtown“ wieder über den Weg. Ob man will oder nicht.

Selbst im Sommer hat der Atlantik nur 10 Grad Celsius

 

 

Im Gegensatz zur bunten Touristenarmada ist der Dresscode der Fähringerinnen schwarz. Der Rest ist Doppel B. Blauäugig und blond. Verstörende Klarheit im Blick, Unnahbarkeit in der Haltung. Flirtbarkeit gleicht der Jahres-Durchschnittstemperatur – eher kühl bis frisch.

 

 

Aber es gibt auch einige sehr interessante optische Ausreißer mit dunklem Teint und stahlblauen Augen. Einer der Gründe liegt darin, dass es auf den Färöern mehr Männer als Frauen gibt. Viele Männer fahren zusätzlich noch zur See. In den Fischfabriken arbeiten Filipinas, keiner ist gerne allein. 1 + 1 ergibt 3. Nordlichter mit exotischen Zügen. Es scheint ohnehin jede Fähringerin U 25 entweder Mama oder auf dem Wege dahin zu sein. Ein heile Welt Idyll im Wasa-Land mit der Kriminalitätsrate 0. Frauen sind früh schwanger und schieben Kinderwägen durch die Gegend. Die Männer sind unsichtbar – vermutlich weil sie arbeiten oder die Fischfabrik auskundschaften.

 

 

 

Ein Fels in der Brandung sind diese Inseln. Mit Schafskötteln all überall auf den feucht-grünen Wanderwegen, aber man findet nicht einen Baum auf den Färöern. Wind, Regen und Nebel umhüllen die Inseln wie Frischhaltefolie. Ein Land wie gemacht für Gnome und Trolle. Putzig, belustigend und ein bisschen aus der Zeit gefallen. So sieht das der Tourist, „hygge“ sagen dazu die Einheimischen: gemütlich.

Weniger als 10 Einwohner in manchen Dörfern. Der Bus kommt, wenn überhaupt, einmal am Tag.

 

 

Short Facts:

  • die roten Buslinien im Stadtzentrum von Tórshavn sind kostenlos
  • Taxi zum Airport kostet ca. 100 €, bestellt man es 2h vor Abflug als Aiport Shuttle sind es nur 30 €
  • Tórshavn hat nur wenige, meist teure Hotels. Beliebte Ausnahme Guesthouse Marknagil mit dem Charme einer alten Jugendherberge. Aber, es gibt Frühstück, Gemeinschaftsräume und einen Blick über die Hauptstadt for free.
  • Sehr hilfsbereites Personal und super andere Traveller kennenzulernen.

Kurz & Kompakt:

+ wenig touristisch

+ Natur pur

+ freundliche & hilfsbereite Fähringer

– relativ teuer

– seltene Bus-und Fährverbindungen

– Wassertemperatur ganzjährig unter 10 Grad Celsius

Katharsis

Es klingt nach Wüste, und genau das ist es. Wüste. Brüllend heiß, erdrückend schwül und sehr karg. Was eigentlich nach der Blaupause für Armut klingt, ist das krasse Gegenteil. Der Mensch hat den harten Bedingungen, eine sehr, sehr komfortable Welt entgegengesetzt.

 

Katar hat eine der schnellsten wachsenden Bevölkerungen der Welt. Hohe Geburtenraten sowie starke Einwanderung haben aus 50.000 Kataris in den letzten 60 Jahren knapp 3 Mio. Einwohner gemacht. Ein Land auf der Überholspur. Die Superlative sind grandios. Katar hat das höchste Pro-Kopf Einkommen der Welt. Es besitzt ein hervorragendes Sozialsystem, Hilfsbedürftige erhalten feste monatliche Bezüge. Medizinische Versorgung und Schulen sind kostenlos.

 

Mit der Fußball-WM 2020 kauft sich Katar zudem seinen Platz auf der Weltkarte. Vergleichbar mit den V.A.E. und Bahrain sind es gerade Sportereignisse, die den Fokus auf diese Region rücken. Formel 1, WTA Tennisturniere oder eine WM. So was zahlt ein Emir aus der Portokasse.

 

So richtig was zu besichtigen, gibt es nämlich nicht. Wo nichts ist, ist eben nichts. Selbst Doha – diese irrwitzige Boom City mit seiner verspiegelten Skyline hat einfach mal gar nichts zu bieten. Weder kulturell, noch intellektuell. Doha ist langweilig, der einzig öffentlich zugängliche Strand ist kostenpflichtig und abgesteckt wie ein Tiergehege. Der Rest sind anonyme Bürotürme und eine triste Mall.

Hotels haben Privatstrände, der einzige Öffentliche ist außerhalb

Der Rest des Landes verschwindet in einem gold-gelben Sandschleier. In bester Western High Noon Manier wirken die Nester wie ausgestorben, verrammelt und staubig. Die einzig asphaltierte Straße endet auch schon mal im Nichts.

 

Für Länder wie Katar ist die Klimaanlage erfunden worden. Letztlich japst jeder von Air Con zu Air Con. Kein Mensch ist zu sehen, weil es schlicht zu heiß ist, sich draußen zu bewegen. Erst mit der Dämmerung kommt ein bisschen Leben auf den Boardwalk vor Dohas Skyline.

 

Geografisch betrachtet ist Katar wie eine Briefmarke an Saudi-Arabien dran geklebt. Ein Art Halbinsel im Persischen Golf, aber auch wenn es ein arabisches Land ist hat es sich dem Westen geöffnet. Qatar Airways hat Doha zum Drehkreuz gemacht. Bei einem langen Flug mit Stopover Doha, lohnt es sich einen Tag Doha zu sehen. 1 Tag, das reicht.

Souk mit arabischem Flair

Mehr ist Katar einfach nicht. Eine Fata Morgana im Wüstenstaub. Eine Business-Maschine, ein Luftschloss gebaut auf Kosten vieler Inder und Pakistaner, die unter unmenschlichen Bedingungen schuften für den Pseudo-Traum von 1001 Nacht.