Der Erlöser.

Es gibt Länder, die unruhig machen können. El Salvador – der Erlöser. Gewiss treten wir alle eines Tages unserem Erlöser gegenüber, aber möchte man das in einem der ärmsten und brutalsten Länder Mittelamerikas ungewollt und ungefragt?

San Salvador

Das kleinste Land der Region hat die höchste Bevölkerungsdichte und die höchste Mordrate. 80 Getötete auf 100.000 Einwohner pro Jahr, spricht nicht für ein gesundes Zusammenleben der Salvadorianer. Die Mara Salvatrucha (MS-13) und die Barrio 18 liefern sich in der Hauptstadt San Salvador blutige Auseinandersetzungen.

 

Nachts zu Fuß durch San Salvadors Viertel Mejicanos kann gut gehen, tut es aber selten. Armut, Perspektivlosigkeit und Drogen öffnen die Tür zur Hölle und schreien nach Gewalt. Nicht selten werden Hotels vom Militär bewacht. Auch der Name Hotel ist mit Vorsicht zu genießen. Das sind gerne mal Stundenhotels, ohne fließend Wasser mit dreckiger Bettwäsche, viel Geschrei und noch mehr bezahlter Vögelei. Kurz, 5 Sterne All inklusive ist El Salvador nicht, es ist mehr der Real Deal. Und die Wahrheit ist nicht immer schön.

Punta Roca, La Libertad

Frieden und Freiheit – ironischerweise heißen so zwei Provinzen am Indischen Ozean: La Paz und La Libertad. La Libertad – die Freiheit ist zudem  eine Stadt, aber auch hier sollte man nachts nicht nach dem Bar-Geheimtipp suchen.

 

TROTZDEM ist El Salvador in der Tat eine Erlösung!! Eine Erlösung von Konsum, Handy-Empfang und Massentourismus. Aussteiger-Romantik mit auf der Transamericana pendelnden Backpacker. Länderhopping in wenigen Monaten füllt den Pass mit Stempeln, denn man ist schnell drin und schnell wieder durch, wenn man es will.

Playa Zunsal

La Libertad ist nach ca. 1 Stunde Fahrt vom Flughafen San Salvadors schon erreicht. Und um La Libertad herum brechen perfekte Point Breaks. So viele, dass man sich gar nicht mehr die Mühe gemacht hat, sie alle zu benennen. Sondern KM 59, oder KM 61 genannt hat. Hier ist das Leben komplett auf den Lauf der Natur bzw. der Wellen zu geschnitten.

 

Am bekanntesten Playa Zunsal hat sich eine Art Infrastruktur entwickelt. Mehrere kleine Hostals od. Hotels liefern ein bisschen Komfort und Sicherheit für nervöse Europäer oder Amerikaner. Mit Surfbrett und Flip Flops schlurfen sie über die schmalen Gassen. Die jungen Hotshot Sufer Local Boys haben hier vermutlich das bessere Leben, als die Jungs aus Mejicanos, aber die Perspektive bleibt dieselbe: keine.

 

Statt im Bandenkrieg & Drogensumpf zu versinken, surfen diese Jungs täglich, dominieren die Peaks und angeln sich die vereinzelten europäischen Chicks, die Abenteuer suchen. Es ist natürlich spannender Mr. Lover zu geben, und in warmen Wellen Spray zu verteilen, als zur Schule zu gehen. Another lost generation, aber wenigstens hatten sie Spaß, könnte man sarkastisch anmerken.

 

Wer Mittel-und Südameriak bereist, muss sich darüber im Klaren sein. Selbst als Travellor on a tight budget, hat man immer noch viel mehr als die Locals. Man hatte vor allem das Glück, den europäischen Pass per Geburt geschenkt bekommen zu haben. Wir erleben dieses Paradies, meistens auf Kosten anderer. Paradies? Ja, El Salvador ist eine sehr wilde Schönheit.

 

 

 

 

 

 

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